Wenn Sie ein Smartphone aufschrauben, ein Industriesteuergerät öffnen oder einen modernen Frequenzumrichter zerlegen, finden Sie überall dasselbe: dicht bestückte Leiterplatten, winzige Bauteile in Rastermaßen von unter einem Millimeter, Lötstellen, die unter dem Mikroskop begutachtet werden müssen. Jemand hat das gebaut. Jemand hat es entwickelt, bestückt, getestet und in Betrieb genommen. Die Frage ist: Wer sind diese Menschen, und warum werden sie immer seltener?
Dieser Artikel richtet sich an Geschäftsführer und HR-Leiter in der Elektrotechnik und Elektronikindustrie, die wissen wollen, was gerade im Markt passiert, und warum die Leiterplattenfertigung und Elektronik-Montage zu den am härtesten umkämpften Nischensegmenten im deutschen Mittelstand gehören.
Die Leiterplattenfertigung ist kein glamouröses Segment. Sie findet meist in Industriegebieten statt, hinter unscheinbaren Hallenfassaden, ohne Showrooms und ohne große Presseberichte. Und doch steckt diese Branche buchstäblich in jedem elektrischen Gerät, das heute gebaut wird.
Deutschland produziert zwar weniger Leiterplatten als Asien, aber die Wertschöpfung findet trotzdem hier statt: in der Entwicklung, in der Prototypenfertigung, in der Klein- und Mittelserienmontage, in der Qualitätsprüfung und in der Integration in größere Systeme. Unternehmen wie VEGA Grieshaber in Schiltach, Endress+Hauser in Maulburg oder Pilz in Ostfildern bauen keine generischen Consumer-Produkte. Sie bauen hochpräzise Mess-, Steuer- und Sicherheitstechnik für Industrie, Prozessautomatisierung und kritische Infrastruktur.
Die Elektronikkomponenten in diesen Geräten müssen unter extremen Bedingungen zuverlässig funktionieren: bei Temperaturschwankungen von minus 40 bis plus 85 Grad, bei Vibrationen, bei Feuchtigkeit, in explosionsgefährdeten Umgebungen. Wer diese Hardware baut, braucht mehr als eine ruhige Hand. Er oder sie braucht ein tiefes Verständnis von Materialien, Prozessen und Normen.
Die Stellenprofile in der Elektronik-Montage und Leiterplattenfertigung sind vielfältiger, als viele HR-Verantwortliche vermuten. Es geht nicht nur um Bestückungsautomaten und Lötstationen. Es geht um:
Der Fachkräftemangel in diesen Berufsbildern ist nicht neu, aber er hat sich in den letzten drei Jahren deutlich verschärft. Die Kombination aus demografischem Wandel, zu wenig Nachwuchs in den Ausbildungsberufen und stark gestiegener Nachfrage durch Elektromobilität, Energietechnik und Automatisierung hat die Situation auf dem Arbeitsmarkt in eine neue Dimension gehoben.
Was die Lage für mittelständische Elektronikfertiger besonders schwierig macht: Der Wachstumsdruck und der Fachkräftemangel treffen gleichzeitig.
Nehmen Sie Tesvolt in Wittenberg. Das Unternehmen baut Batteriespeichersysteme für die Energiewende und sucht aktuell in fünf offenen Positionen, unter anderem in Bereichen wie Batterietechnik und Energietechnik. Wachstumssignal und Personalbedarf gehen Hand in Hand. Ähnliches gilt für FENECON in Deggendorf, das 2026 sogar einen Umzug nach Hengersberg plant und trotzdem aktiv rekrutiert, weil die Auftragslage keine Pause erlaubt.
Auf der anderen Seite stehen etablierte Unternehmen wie Endress+Hauser oder Maschinenfabrik Reinhausen, die zwar starke Arbeitgebermarken haben, deren Karriereseiten aber aktuell keine offenen Stellen zeigen. Das bedeutet nicht, dass kein Bedarf besteht. Es bedeutet, dass diese Unternehmen ihren Personalbedarf über andere Kanäle decken oder gerade zwischen Recruitingzyklen stehen.
Wieland Electric in Bamberg und Pilz in Ostfildern mit 2.500 Mitarbeitern sind weitere Beispiele für Unternehmen, die technisch auf höchstem Niveau arbeiten, aber im Recruiting aktuell stille Phasen durchlaufen. Wer als Fachkraft oder als Recruiting-Partner genau dann präsent ist, wenn der nächste Einstellungszyklus beginnt, hat einen erheblichen Vorteil.
Ein Elektriker, der Servicetechniker in München, Berlin und Schleswig-Holstein gleichzeitig werden soll, ist ein anderes Stellenprofil als ein PCB-Entwickler, der EMV-Richtlinien kennt. Jung Pumpen in Steinhagen zeigt das gut: Fünf offene Stellen, unter anderem für Elektriker und Servicetechniker, verteilt über Deutschland. Das ist kein klassischer "Post and Pray"-Fall, das ist eine gezielte Suche nach Menschen mit spezifischen Qualifikationen an spezifischen Standorten.
Genau hier versagt generisches Recruiting regelmäßig. Wenn ein HR-Manager aus der Konsumgüterbranche oder dem Handel plötzlich einen Fertigungsplaner für SMD-Linien sucht, fehlt das Vokabular, das Netzwerk und das Verständnis für die Bewerbermotivation. Fachkräfte in der Elektronikfertigung sind oft nicht auf der aktiven Suche. Sie sind gut vernetzt, wechseln auf Empfehlung und reagieren auf direkte Ansprache stärker als auf Jobbörsen-Inserate.
Die Daten aus unserem Markt-Radar zeigen außerdem: Viele Unternehmen in diesem Segment haben technische Probleme mit ihren eigenen Karriereseiten. Eine Karriereseite, die JavaScript voraussetzt und bei deaktiviertem Script leer bleibt, oder eine Seite, die nur einen Cookie-Banner lädt, erreicht keine Kandidaten. Das ist kein Randproblem, das sind konkrete Conversion-Verluste im Recruiting-Funnel.
Schiltach. Maulburg. Igersheim. Steinhagen. Wittenberg. Das sind keine Metropolen. Das sind Orte, wo Weltmarktführer und hidden champions sitzen, die international liefern, aber lokal rekrutieren müssen.
WITTENSTEIN SE in Igersheim, Baden-Württemberg, entwickelt Präzisionsantriebstechnik auf internationalem Niveau. Der Ort selbst hat rund 7.000 Einwohner. Der nächste größere Arbeitsmarkt ist Würzburg oder Heilbronn. Wer hier einen Elektronikentwickler sucht, muss aktiv pendlern aus der Region oder Zugezogenen mit konkreten Mehrwerten überzeugen. Hybridarbeit ist in der Leiterplattenfertigung begrenzt möglich, physische Präsenz an den Maschinen ist in vielen Rollen Pflicht.
Das macht den Standortfaktor im Recruiting für diese Unternehmen besonders relevant. Es reicht nicht, eine attraktive Stelle zu haben. Es braucht eine klare Kommunikation, warum Schiltach oder Deggendorf als Arbeitsort attraktiv ist, was die Region bietet, welche Entwicklungsperspektiven das Unternehmen gibt und wie das Onboarding für Kandidaten aus anderen Bundesländern aussieht.
Wenn Sie in einem Unternehmen der Leiterplattenfertigung oder Elektronik-Montage Personalverantwortung tragen, dann sind das die drei wichtigsten Hebel, die Sie kurzfristig aktivieren können:
Der Bedarf an Hardware wird nicht sinken. Energiewende, Industrieautomatisierung, Elektromobilität, Smart Buildings, medizinische Gerätetechnik, alle diese Trends verlangen mehr Elektronik, nicht weniger. Die Fachkräfte, die diese Elektronik entwickeln, fertigen und testen, werden deshalb nicht leichter zu finden sein.
Unternehmen, die heute in strukturiertes Recruiting investieren, bauen einen Vorteil auf, der in drei Jahren spürbar wird. Unternehmen, die abwarten, werden in drei Jahren in einem noch engeren Markt suchen, mit noch weniger verfügbaren Profilen.
Die Leiterplattenfertigung und Elektronik-Montage ist eine der tragenden Säulen der deutschen Industrieproduktion. Sie verdient eine Recruitingstrategie, die dieser Bedeutung gerecht wird.
Vektor Recruiting ist spezialisiert auf die Elektrotechnik und Elektronikindustrie im deutschen Mittelstand. Wir kennen die Stellenprofile, die Kandidatenprofile und die Standortherausforderungen in Segmenten wie der Leiterplattenfertigung, der Mess- und Regeltechnik und der industriellen Elektronik.
Wenn Sie als Geschäftsführer oder HR-Leiter offene Positionen in der Elektronikfertigung besetzen müssen, und klassisches Recruiting nicht die nötigen Ergebnisse bringt, sprechen Sie mit uns. Wir arbeiten zielgerichtet, transparent und mit echtem Branchenverständnis.
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